Glandore ("der Eichenhafen") zählt zu den schönsten Dörfern Irlands. Seine
Lage im Einflußbereich des Golfstroms sorgt für ein ganzjährig mildes
Klima, welches eine interessante und artenreiche Flora begünstigt, in der manche
Pflanzen auch außerhalb ihrer normalen Blühzeit blühen. Diese Gunst der Natur
machte Glandore zum Ort einer der frühesten Besiedelungen in West Cork.1215
zog es auch die Normannen hierher. Die beiden von ihnen erbauten Castles wurden
später vom Clan der O'Donovans übernommen und sind bis zum heutigen Tage ununterbrochen
bewohnt. Das 1860 erbaute, sehr sehenswerte Kirchengebäude der Church of Ireland
ist mit seiner außergewöhnlichen Eingangspforte in einem Felsen eine der bekanntesten
Sehenswürdigkeiten. 1824 begann mit der Ankunft des neuen Gutsherrn James Redmond
Barry ein wichtiges Kapitel in der Entwicklung von Glandore. Der Philanthrop
entwickelte den Fischfang, ließ die Pier, eine Bootswerft und die Union Hall
bauen, gründete eine Fischerei- und eine Hauswirtschaftsschule. Der Organisator
der ersten Regatta von Glandore (1835) sorgte auch für den Bau des "The Glandore
Inn" (1828), einer Schule und der Landwirtschaftsschule in Ards.
Trotz seiner Bemühungen war Glandore während der Großen Hungersnot eines der
am schwersten betroffenen Gebiete in West Cork: 45% der Bevölkerung kamen damals
ums Leben. Ein anderer großer Name, der mit Glandore verbunden ist, ist der
des Philosophen und Sozialismuspioniers William Thompson. Thompson gründete
eine Kommune, um seine sozialistische Philosophie in die Praxis zu übertragen
und wird von Karl Marx in "Das Kapital" erwähnt. Heute ist Glandore sehr beliebt
bei Segelfreunden und verfügt über einige exzellente Restaurants und Unterkünfte.