Omagh gelangte 1998 durch einen Bombenanschlag, der den höchsten Blutzoll in
der Geschichte der "Troubles" forderte, zu trauriger Berühmtheit. Eine Autobombe
tötete 29 Menschen und verletzte weitere 250. Der Schock traumatisierte die
gesamte Insel und machte einmal mehr bewusst, wie wichtig der Friedensprozess
für Irland ist. Heute versucht der Ort, mit den geschlagenen Wunden zu leben
und die Bewohner bauen langsam ihre zerstörten Leben wieder auf. Außerhalb von
Omagh befindet sich der Ulster-American Folk Park, eines der besten Freiluftmuseen
seiner Art. Das Museum entwickelte sich rund um das restaurierte Haus, in dem
Richter Thomas Mellon, Gründer der berühmten Dynastie von Bankern in Pittsburgh,
seine Jugend verbrachte.
Die ständige Ausstellung des Parks mit dem Titel "Emigrants" erläutert, warum
im 18. und 19. Jahrhundert zwei Millionen Menschen Ulster in Richtung Nordamerika
verließen. Die Ausstellung verfolgt auch das weitere Schicksal der Emigranten
in ihrer neuen "Heimat" und berichtet sowohl von den Erfolgreichen, als auch
von denen, die es härter traf - unter anderem von 15.000 irischen Landstreichern
und Verbrechern, die Mitte des 18. Jahrhunderts nach Nordamerika deportiert
wurden. Der Park verfügt über 30 Gebäude, einige davon historische Originale,
andere Kopien. Da sind zum Beispiel Siedlerbehausungen wie die von John Joseph
Hughes, dem ersten katholischen Erzbischof von New York, Kirchengebäude, ein
Schulhaus und eine Schmiede. In einigen Gebäuden wird die Verrichtung handwerklicher
Arbeiten gezeigt und in allen erwarten den Besucher kostümierte Führer. Außerdem
kann man die Rekonstruktion eines Emigrantenschiffs bewundern sowie eine Pennsylvania
Farm, komplett mit Koppel, Kornspeicher und Rauchhaus. Das Bauernhaus mit sechs
Räumen ist nach dem Vorbild des Hauses errichtet, das Thomas Mellon und sein
Vater zu Beginn ihres neuen Lebens in Amerika bauten. Eine umfangreiche Bïbliothek
und eine Datenbank ermöglichen es Besuchern, ihren Stammbaum zurückzuverfolgen.
Amerikanische Volksfeste wie der Unabhängigkeitstag oder Halloween werden ebenfalls
im Park gefeiert. Anfang September findet das Appalachian-Bluegrass Musikfestival
statt.